Care Leaver

Der Übergang in ein eigenständiges Leben von Jugendlichen und jungen Volljährigen, die über die Kinder- und Jugendhilfe in Erziehungshilfen (Wohngruppen, Erziehungsstellen, Pflegefamilien oder anderen Betreuungsformen) betreut werden, ist eine besondere Gestaltungsaufgabe, die im Rahmen der Care Leaver-Debatte inzwischen verstärkt fachlich aufgegriffen wird. Denn in der Regel sind zum Zeitpunkt des Übergangs noch keine Ausbildungsabschlüsse erreicht oder die Integration in den Arbeitsmarkt ist noch nicht erfolgt. Zudem brauchen die jungen Menschen oft noch materielle Unterstützung und die sozialen sowie familiären Unterstützungssysteme sind häufig weniger ausgeprägt als bei Jugendlichen, die in ihren Familien aufwachsen (vgl. Köngeter/Schröer/Zeller 2012).

Die Debatte, die mit Blick die besondere Lebenssituation der Care Leaver geführt wird, lässt sich auch auf die Zielgruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge übertragen, die ohne sorgeberechtigte Person nach Deutschland eingereist sind. Diese jungen Menschen erfahren zwar in der Regel eine enge professionelle Begleitung durch Fachkräfte, solange sie sich in der Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe befinden. Häufig verfügen sie aber nicht über ein ausgeprägtes, nicht-professionelles soziales Netzwerk, auf das sie in ihrem Alltag und insbesondere nach ihrem Ausscheiden aus dem System der Kinder- und Jugendhilfe zurückgreifen könnten.