Stationäre Unterbringung

§ 34 SGB VIII Heimerziehung und sonstige betreute Wohnform

Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) oder in einer sonstigen betreuten Wohnform soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern. Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie.

1. eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen oder
2. die Erziehung in einer anderen Familie  vorbereiten oder
3. eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbstständiges Leben vorbereiten.

Jugendliche sollen in Fragen der Ausbildung und Beschäftigung sowie der allgemeinen Lebensführung beraten und unterstützt werden.

§ 33 SGB VIII Vollzeitpflege

Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen und seinen persönlichen Bindungen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie Kindern und Jugendlichen in einer anderen Familie eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten. Für besonders entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche sind geeignete Formen der Familienpflege zu schaffen und auszubauen.

Unter stationärer Unterbringung sind Hilfen nach § 34 SGB VIII Heimerziehung oder sonstige betreute Wohnformen und § 33 Vollzeitpflege (inkl. Gastfamilien) anzusehen. Nach der Inobhutnahme sowie der Bestellung eines Vormundes wird über die Gewährung und Implementierung geeigneter Hilfen (§§ 27ff SGB VIII) im Rahmen der Hilfeplanung entschieden. Die Anspruchsberechtigung nach SGB VIII ist dabei unabhängig von der asyl- und ausländerrechtlichen Situation des umF.
Die unterschiedlichen und vielfältigen Angebote und Settings in den stationären Hilfen zur Erziehung, dienen der Förderung der Entwicklung und Verselbstständigung der Kinder und Jugendlichen. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden nach der Inobhutnahmephase mehrheitlich in Hilfen nach § 34 SGB VIII untergebracht. Da es sich bei über 90 % der umF um männliche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren handelt, liegt der Schwerpunkt in diesen Angeboten auf Verselbstständigung der jungen Menschen.