Sprache

Die (deutsche) Sprache hat für Fachkräfte, Jugendamtsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie vor allem für die jungen Menschen selbst eine besondere Bedeutung. Gerade zu Beginn kann die Sprache für die jungen Menschen eine große Hürde darstellen, wenn es z.B. um die Interaktion mit den Betreuerinnen und Betreuer in der Wohngruppe sowie die Integration und Partizipation am gesellschaftlichen Leben geht. Bislang sind das Verhältnis und die Kooperationsbeziehung zwischen Jugendhilfe und Schule hinsichtlich des ersten Spracherwerbs weitgehend ungeklärt und es zeigt entsprechend eine große bundesweite Spannbreite in der Handhabung.

Die Bedeutung von Sprache für eine gelingende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und dem eigenen Hilfe-, und Unterbringungsprozess, zeigt die zentrale Rolle von Sprache für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Phase der lebensweltlichen (Neu-) Orientierung in Deutschland. Vor allem der Spracherwerb, die Alphabetisierung der jungen Menschen und die Bedeutung von Sprache im Kontext der Interaktionen mit Fachkräften und Behörden sind in dieser Phase von Priorität. Mangelnde Sprachkenntnisse der jungen  Menschen dürfen nicht zum akzeptierten und nachvollzogenen Argument für eine Nicht-Beteiligung werden. Es braucht hier Konzepte und Angebote für junge Geflüchtete, sodass eine möglichst rasche Eröffnung von Integration, Partizipation, Selbstbestimmung und der Zugang zu Bildung über die (deutsche) Sprache möglich werden. Durch einen schnellen Spracherwerb erhalten die jungen Menschen den Zugang zu Bildung und Ausbildung sowie der damit verbundenen Gestaltung und dem Aufbau eines eigenverantwortlichen Lebens.

Den Sprachbarrieren muss in der Hilfepraxis von Beginn an mit der Verfügbarkeit von Dolmetscherinnen und Dolmetscher bzw. Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern begegnet werden. Haben die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge eine schulische Vorbildung in ihren Herkunftsländern erhalten, kann in der Praxis oftmals auf Sprache wie zum Beispiel Englisch oder Französisch für die erste Verständigung ausgewichen werden. Als ergänzende Form der Kommunikation mit den jungen Menschen bietet die non-verbale Kommunikation über Körper- und Zeichensprache oder über Piktogramme zusätzliche Möglichkeiten zum Austausch und zur Teilhabe.