Schnittstellengestaltung

Die Planungs- und Gesamtverantwortung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge liegt in Deutschland bei der Kinder- und Jugendhilfe. Um die anstehenden Aufgaben angemessen bewältigen zu können, ist eine enge Zusammenarbeit mit einer Vielzahl anderer Akteure und Leistungsträger aber zwingend notwendig. Eine gelingende sprachliche, berufliche und soziale Integration junger Flüchtlinge setzt das Zusammenspiel vieler Institutionen und Akteure voraus, die ihnen die Chance auf tatsächliche Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben in Deutschland ermöglichen.

Die Kinder- und Jugendhilfe braucht verlässliche Kooperationen mit anderen Institutionen und Akteuren. Insbesondere die Schnittstellen zur Schule, zur Arbeitsverwaltung (Arbeitsagenturen, Jobcenter, Kammern) und zu Vereinen und ehrenamtlichen Initiativen sind zu profilieren. Zudem kommt der Ausländerbehörde bei Fragen der Aufenthaltssicherung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge eine zentrale Bedeutung zu. Und schließlich können Jugendmigrationsdienste oder Migrantenselbstorganisationen wichtige Ansprechpartner bei migrationsspezifischen Belangen sein.

Wichtig ist, dass die Kinder- und Jugendhilfe frühzeitig tragfähige Netzwerkstrukturen aufbaut, um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit gut begleiten zu können. Neben der Koordination dieser Netzwerke besteht die Herausforderung darin, sich vor Ort einen Überblick über die vielfältigen Programme, Initiativen und Projekte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu verschaffen, um die jungen Menschen gezielt vermitteln zu können.